Pflanzenstärkungsmittel

Pflanzenstärkungsmittel

  • Pflanzenstärkungsmittel unterliegen in Österreich keiner Kontrolle wie Pflanzenschutzmittel. Ein Nachweis der Wirksamkeit wie bei Pflanzenschutzmitteln ist nicht erforderlich. Im österreichischen Gesetz gelten Pflanzenstärkungsmitteln als Düngemitteln und werden mit der Bezeichnung „Pflanzenhilfsmittel“ durch die rechtlichen Bestimmungen des Düngemittelgesetzes 1994 und die korrespondierende Düngemittelverordnung 2004 geregelt.
  • Pflanzenstärkungsmittel, Pflanzenpflegemittel und Pflanzenhilfsmittel sollen die Widerstandskraft des Rebstockes gegen Krankheiten und Schädlinge erhöhen. Die Rebe verfügt selbst, wie andere Pflanzen über ein aktives System mit dem sie sich gegen angreifende Pathogene verteidigen kann. Die Abwehrreaktionen erfolgen bei der Rebe nur im Bedarfsfall (z. B.: Bildung von phenolischen Substanzen, Bildung von Nekrosen). Diese Form der Reaktion wird als „Induzierte Resistenz“ (eingeleitete Resistenz) bezeichnet. Die Rebsorten besitzen unterschiedliche Widerstandfähigkeit z. B. gegen den „Echten und den Falschen Mehltau“. Der Unterschied liegt in der Geschwindigkeit der Erkennung des angreifenden Pilzes durch die Rebe, was bei widerstandsfähigen Sorten viel rascher funktioniert. Durch chemisch induzierte Resistenz wird versucht, dieses Defizit auszugleichen. Die Bezeichnung „Resistenz“ ist dabei nicht als absolut zu verstehen, da auch die Rebe keine hundertprozentige Widerstandskraft besitzt. Die Auslösung einer induzierten Resistenz ist auch von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln bekannt.
  • Viele, bereits in Verwendung befindliche Pflanzenstärkungsmittel haben keine bis nur geringe induzierende Wirkung. Der Großteil der Präparate besitzt eine direkte Wirkung auf Schadorganismen. Die derzeit im Betriebsmittelkatalog gelisteten Präparate besitzen eine geringe bis mittlere direkte Wirkung und erreichen nicht die Wirkung von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln. Der Großteil der Präparate wird daher zur Unterstützung von Kupfer- und Schwefelpräparaten (sind zugelassene Pflanzenschutzmittel) eingesetzt, um deren Aufwandsmenge zu reduzieren. Pflanzenstärkungsmitteln unterliegen in Österreich dem Düngemittelgesetz und sind unter anderem Algenextrakte, Gesteinsmehle, Tonerdepräparate, Kräuterauszüge, Kompostextrakte und deren Kombinationen.
  • Liste der Pflanzenstärkungsmittel von Deutschland – siehe rechte Menüspalte.

Pflanzenstärkungsmittel im Weinbau Fachbeitrag „Der Winzer“ 2010

Pflanzenstärkungsmittel, die im Betriebsmittelkatalog für die biologische Landwirtschaft und in der Datenbank des Vereins InfoXgen gelistet sind bzw. durch die Kontrollstelle genehmigt wurden, können in biologisch wirtschaftenden Betrieben eingesetzt werden. Diese Produkte dürfen auch von integriert arbeitenden Betrieben eingesetzt werden.

Betriebsmitteldatenbank für den ökologischen Landbau

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